Wie kommen die Kunststoffabfälle ins Meer?

Mit Hilfe eines Modells will die Kunststoffindustrie in Österreich und Deutschland herausfinden, wie Kunststoffabfälle ins Meer gelangen.
Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM), pixelio.de

Durch die von der Consultic Marketing & Industrieberatung entwickelte Methodik „Vom Land ins Meer – Modell zur Erfassung landbasierter Kunststoffabfälle“ sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, woher der Müll in den Ozeanen stammt und welches die Haupteintragsquellen sind.

Die Methodik soll sowohl Kunststoffabfälle als sogenannte Makrokunststoffe sowie Mikrokunststoffe in Form kleiner Partikel berücksichtigen. Um mehr Kenntnisse über die wesentlichen Quellen für Meeresmüll von Landseite zu erlangen, wird zwischen Einträgen aus Oberflächengewässern und küstennahen Einträgen differenziert. Unter Einbeziehung von europäischen Statistiken auf Basis der „NUTS“-Systematik (europäische Klassifikation für Gebietseinheiten) werden zudem Bevölkerungsdichte und sozioökonomische Daten in den untersuchten Regionen herangezogen.

Die Methodik wird derzeit anhand der deutschen Nordsee erprobt. Aufgrund der offenen Struktur der Methode soll es aber möglich sein, die Methodik auch auf andere Meere anzuwenden sowie weitere Eintragspfade einzubeziehen. Ersten Ergebnissen zufolge stammt die überwiegende Menge der eingetragenen Kunststoffen aus nicht ordnungsgemäß entsorgten Abfällen und liegt als Makrokunststoff vor. Dominierende Eintragspfade sind mit etwa 80 Prozent des Gesamtanfalls Flüsse und die Küstenregionen. Die restlichen 20 Prozent entfallen auf Flussschiffahrt und Häfen.

Auftraggeber sind der BKV, die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, der österreichischen Chemiefachverband FCIO und der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. Unterstützt wurde das Projekt von Plastics Europe Deutschland.

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